Aus Nabelschnurblut können wertvolle Stammzellen gewonnen werden. Damit besteht heute die Möglichkeit einige Krankheiten zu heilen. Gewonnen wird das Nabelschnurblut bei der Abnabelung des Kindes.
Bereits seit den 80er Jahren weiß man, dass Nabelschnurblut sehr reich an Stammzellen ist. Diese Zellen sind in der Lage das blutbildende System wiederherzustellen. Verwendet werden sie bei Leukämie, angeborene Immundefekte, Sichelzellenanämie und Lymphome wie der Hodgkinsche Krankheit. Forschungen lassen hoffen, dass es zukünftig möglich sein wird, auch andere Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Rückenmarksverletzungen, und neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose heilen zu können. Dies liegt aber noch in der fernen Zukunft.
Vorteile von Nabelschnurblut gegenüber Knochenmark-Stammzellen:
- Das Nabelschnurblut eines Spenders steht innerhalb einer Woche zur Verfügung, bei Notfällen auch schneller. Die Wartezeit ist somit wesentlich kürzer.
- Es verursacht seltener Komplikationen bei Transplantationen. Daher kann es auch von Spendern kommen, deren Gewebe nicht exakt passt und kann auch an Nicht-Blutsverwandten angewandt werden.
- Die Zellen des Nabelschnurblutes können sich schneller teilen als Zellen des Knochenmarks.
- Im Nabelschnurblut sind seltener Viren wie zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus oder Cytomegalie vorhanden. Es handelt sich dabei um Krankheiten die auf den Empfänger der Stammzellen übertragen werden könnten.
- Knochenmarkspenden sind meist mit einer schmerzhaften Prozedur und längerem Spitalsaufenthalt verbunden, während die Gewinnung von Nabelschnurblut einfach und schmerzlos funktioniert.
Nachteile von Nabelschnurblut gegenüber Knochenmark-Stammzellen:
Bei allen oben genannten Vorteilen gibt es aber auch gewisse Nachteile von Nabelschnurblut gegenüber Knochenmark-Stammzellen.
- Nabelschnurblut ist nur in sehr begrenzten Mengen vorhanden.
- Nur bei der Geburt eines Kindes hat man die Möglichkeit Nabelschnurblut zu gewinnen.
- Gewisse Gendefekte, welche zum Beispiel zu einem Ausbruch von Leukämie führen können, sind auch im Nabelschnurblut vorhanden.
- Verglichen mit Knochenmark-Stammzellen beträgt gibt es beim Nabelschnurblut eine längere Aplasie der Blutbildung.
Nabelschnurblut kann entweder gespendet oder aber auch für sich selbst konserviert werden. Hauptsächlich wird heute gespendetes Nabelschnurblut verwendet. Gerade bei Krankheiten wie Leukämie wäre es unsinnig das eigene Nabelschnurblut zu verwenden, da die Gefahr besteht, die Krankheit damit erneut zu entfachen.
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