Unbegrenztes Surfen, soviel man will, so lange man will, so viel Volumen man will. Damit wirbt der Telekommunikations-Anbieter Base für die Base Internet-Flatrate. Für einen monatlichen Fixpreis von 25 Euro soll der Kunde seine Lust am Online-Leben voll und ganz auskosten wollen.
Zitat von der Base-Webseite zum Thema Base Internet-Flatrate:
Es hat den Anschein, dass diese vollmundigen Versprechungen der Marketing-Abteilung von Base anderorts im Unternehmen nicht so gerne gesehen werden.
Nicht anders sind die anscheinend derzeit in Massenform ausgesprochenen Kündigungen zu interpretieren, mit der man sich unerwünschter Kunden entledigt, die diese Sätze beim Wort nehmen.
"Unerwünscht" wird man in diesem Zusammenhang, wenn man genau das tut, was einem laut Werbung erlaubt wäre. 24 Stunden am Tag online sein, soviele Daten wie die Leitung hergibt hin und her schaufeln, surfen bis der Akku qualmt.
Wortlaut der Kündigungsschreiben:
Nach den uns vorliegenden Informationen wird der für Sie bestehende Base Mobilfunkanschluss fast ausschließlich zum Aufbau und Halten von Dauerverbindungen über mehrere Tage und zu permanenten Datenübertragungen verwendet. Dies entspricht nicht dem typischen und üblichen Verhalten bei mobilen Datenübertragungen. Es besteht der dringende Verdacht, dass Sie unsere Mobilfunkdienstleistungen nicht auf der mit uns vereinbarten Grundlage nutzen und damit gegen unsere AGB verstoßen.
Auf Grund der fortgesetzten Beibehaltung dieses Nutzungsverhaltens kündigen wir daher den mit Ihnen geschlossenen Mobilfunkvertrag fristlos aus wichtigem Grund und deaktivieren Ihre Mobilfunkkarte zum xx. xxxxxxx 2008.
Nun mag man sich sicher leicht selbst erschließen können, dass ein dauer-surfender Kunde mit großem Daten-Traffic einen denkbar schlechten Bussiness Case für Base darstellt. Neben den vermutlich nicht kostendeckenden Einnahmen sind technische Probleme im Netz durch die permanente Nutzung tatsächlich nicht auszuschließen. Ähnliches gab es schon vor einigen Jahren, als die ersten Telefon-Flatrates angeboten wurden und von Seiten der Deutschen Telekom die Analog-Flatrate aus vergleichbaren Gründen wieder eingestampft wurde.
Nur ... wenn solche Probleme absehbar sein müssten, dann sollte man nicht solche großen Marketing-Sprüche ablassen. Klar hört sich "Egal, wie viele Stunden. Ganz gleich, wie viel Volumen" besser an als "Egal, wie viele Stunden. Ganz gleich, wie viel Volumen, aber bitte von beidem nicht zu viel". Nach der Akquirierung von Neukunden ebenjene paar Prozent der Verteilung rauskegeln, die negative Ergebnisbeiträge in der Bilanz erzeugen, das ist allerdings einfach nur Verarsche am Kunden und ein Vertrauensmissbrauch.
Das Problem für den gekündigten Kunden ist neben der Suche nach einem neuen Anbieter, dass es sich angesichts des geringen Streitwerts eigentlich nicht lohnt, das Recht auf die Fortsetzung des Vertrages bis zum vereinbarten Vertragsende einzuklagen. Auf so etwas spekuliert es sich als Unternehmen natürlich leicht.
Hat jemand schon ähnliche Probleme mit anderen Unternehmen gemacht? Lohnt sich ein Gang zur Verbraucherzentrale? Dann würden wir uns über Schilderungen dieser Erfahrungen in den Kommentaren sehr freuen.
- Deutsche Post = Schneckenpost? Wohnungskündigung per Einschreiben kommt nicht rechtzeitig an
- Ärger mit Vodafone - Gebühren für Zahlung per Überweisung
- Verzweiflung über die Deutsche Post - Briefe kommen nicht an
- Probleme mit Base Kundenservice - Frustration durch Emails aus dem Textbaukasten
- Rundumschlag des Tages gegen Politiker, Ärzte und Top Manager
- Probleme mit Eplus - Internet Flatrate Aktivierung ohne Bestellung
- Ärger mit Brautmoden Geschäft in München: Falsches Brautkleid geliefert
- Wenn der Postmann nullmal klingelt - Post Abholschein im Briefkasten trotz Anwesenheit zu Hause


Kommentare (1)
Hallo,
für einen TV-Beitrag in einem RTL-Magazin suchen wir einen Betroffenen zum Thema "Flatrate-Ärger - Kündigung für Vieltelefonierer/-surfer" mit Wohnsitz in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern.
Falls Sie daran interessiert sind, ihren Fall an die Öffentlichkeit zu bringen würde ich mich über einen Rückruf unter 0341-2134107 bzw. eine Mail sehr freuen.
Beste Grüße
Diana Groh
Von diana groh | 23.04.08 15:40