Im Anschluss an eine Operation ist für Patienten das Telefon oft das einzige Mittel zur Kommunikation mit Angehörigen und Freunden. Insbesondere wenn eine operativer Eingriff in einer Spezialklinik vorgenommen wurde, die nicht im näheren Umkreis des Wohnortes befindet und Besuche nicht auf der Tagesordnung stehen. Da die Nutzung von Handys üblicherweise verboten ist und von WLAN in den seltensten Fällen jemand etwas gehört hat, bleibt den stationären Patienten zumeist nur der Griff zum Telefonhörer des Festnetzanschlusses.
Allerdings sind für die meisten Kliniken von Telefon Flatrates weiterhin ein Fremdwort, also lassen sich die Patienten am liebsten anrufen. Um diesem einen Riegel vorzuschieben oder sich neue Formen der Geldvermehrung zu erschließen, werden den Patienten allerdings immer häufiger nur noch eine 0180 Servicenummer mitgeteilt, unter denen sie erreichbar sind. Damit offenbart sich ein nettes Zuschatzgeschäft für die Kliniken, denn bei jedem Anruf verdienen sie von nun an mit. Eine typische Servicenummer mit Vorwahl 0180-5 kostet Gebühren in Höhe von 15 Cent pro Minute, was dann zwischen Service Provider und Krankenhaus aufgeteilt wird. Bei einer Stunde Telefonie kommen so 9 Euro Telefonkosten zusammen.
Wenn Firmen sich eine 0180er Nummer für ihre Hotline einrichten, ist das zwar nicht kundenfreundlich, aber noch einigermaßen vertretbar. So wird verhindert, dass Kunden nur aus Langeweile anrufen und stundenlang Reklamationen durchführen. Bei Krankenhäusern hört jedoch der Spaß auf, denn hier handelt es sich um reine Abzocke. Das Telefonieren ist für die Patienten ein oftmals wichtiger Lebensinhalt in der nicht gerade leichten Zeit im Krankenhaus und diesen Umstand nutzt manche Klinik gnadenlos aus. Anstatt an der Effizienz zu arbeiten und trotz marodem Gesundheitssystem schwarze Zahlen zu schreiben, werden lieber die Patienten gemolken.
Betroffenen sei empfohlen, auf die Herausgabe der tatsächlichen Festnetznummer des Anschlusses zu bestehen. Denn hinter jeder 0180er Nummer versteckt sich grundsätzlich eine andere existierende Telefonnummer, zumeist ein Festnetzanschluss. Oder man findet durch Internet Recherchen die wahre Nummer der Klinik heraus. Wenn dies auch nicht klappt, kann man auch der Krankenpflegerin ein paar Euro in die Hand drücken, welche dann sicher gesprächig wird. Die Vorstände mancher DAX-Unternehmen zeigen es ja auf, dass Schmieren absolut salonfähig ist.
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