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Doppelmoral deutscher Medien-Konzerne bei Internet Video Portalen (Clipfish / MyVideo)

Der Siegeszug des Video-Portals YouTube ist selbst den Chefetagen der großen Medien-Konzerne nicht entgangen. Um auf der Welle mitzuschwimmen und die viralen Möglichkeiten solcher Plattformen zu nutzen, wurden also Portale wie Clipfish (RTL/Bertelsmann) und MyVideo (ProSiebenSat1) gegründet, um einen Teil vom Kuchen abzubekommen.

Seitdem wird jede Gelegenheit genutzt, um die jeweiligen Portale zu pushen. Selbst jeweils eine eigene TV-Sendung haben die beiden Webseiten mittlerweile bekommen. "Clipfish TV" und "Die Sat1 MyVideo.de Show" erblickten schneller das Licht als Kinder im Hause des Boris B. gezeugt werden. Nun verwursten also die vermeintlich besten mehr oder weniger unterhaltsamen Clips die TV-Landschaft. Dazu gibts eine nicht überraschende grottige Moderation von Leuten, bei denen man annehmen könnte, sie befänden sich im freien Fall der Karriere und griffen nach dem allerletzten Strohhalm. Oder könnte wirklich jemand daran glauben, Matze Knop (a.k.a. Supa-Richie) tut sich das aus Spaß an der Freude an?

Es gibt aber etwas, was noch viel mehr nervt als diese peinliche Aneinanderreihung von qualitativem Müll. Dabei handelt es sich um die Doppelmoral, mit der die Sender ihre Portale einsetzen. Wenn es mal wieder ein besonders "tolles" Video gibt, zeigt man das video ausschließlich im Portal-Layout. Wie jetzt aktuell im Falle einer 14-jährigen Sängerin, die auf Grund der viralen Verbreitung ihres Videos einen Plattenvertrag bekam. Als Anmerkung: Passenderweise wurde kein Label genannt. Ein Schelm, wer nun daran denkt, dass das wohl keine nenneswerte Firma mit geringstem Budget sein dürfte.

Geht es jedoch um negative Erscheinungen unserer tollen Gesellschaft, zeigt man zwar auch das Video, aber niemals im Corporate Outfit des Portals. Auch hier ein aktuelles Beispiel: Die Ausschreitungen der Hooligans in Ostdeutschland, wo sich "Fans" von Dynamo Dresden und "Fans" von Lokomotive Leipzig mit "Fans" der Polizei der Polizei ein wenig die rasierte Rübe polieren. In so einem negativen Umfeld möchten die Konzerne natürlich nicht ihre tollen Video-Portale sehen. Also gibts die durch die Kompression unscharfen verpixelten Bilder als Vollbild-Version.

Einziger Lichtblick: Die Vormachtstellung von YouTube werden die hiesigen Auswüchse des Video-Portal-Booms nicht brechen können. Somit werden wir uns hoffentlich bald in absehbarer Zeit erst von den Clipfish TV und der Sat1 MyVideo.de Show verabschieden können (dank sensationell mieser Quoten) und anschließend auch von den Portalen selber (dank fehlender Rentabilität).

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Zusammenfassung

Über die Doppelmoral deutscher Medien-Konzerne bei der Promotion ihrer Internet-Video-Portale wie Clipfish oder MyVideo.de

Stichwörter

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